Teil 1. Roadtrip

Veröffentlicht auf von Sascha Knöpp

Der heutige Freitag sollte ein langer und anstrengender Tag werden. Wie immer um 08:00 Uhr  a.m. (am Morgen) habe ich meine Arbeit begonnen. Doch heute sollte „der Hammer“ nicht wie üblich zwischen 17 Uhr und 18 Uhr fallen. Pünktlich um 1400 war Schluss. Ich setzte mich in mein Auto und programmierte das Navigationssystem, welches mir freundlicherweise Christian und Lukas geliehen haben. Es sollte sich herausstellen, dass es auch von Nöten war. 600 km oder knapp 400 Meilen war mein Ziel von Urbana entfernt. Ankunftszeit laut Navi 20:59 Uhr. Wo wollte der denn hin?, fragen sich bestimmt einige. Mein Reiseziel waren die Niagara Fälle im Bundesstaat New York.

 

Meine Reise führte mich vorbei an Columbus und Cleaveland, im Osten Ohios gelegen, weiter am ErieSee entlang (für alle Geographielegastheniker und ich weiß, dass es in meinem Familien- und Freundeskreis welche gibt sei gesagt, dass dieser See genauso wie der Niagara River und der Ontario See die beiden Staaten USA und Kanada trennt. In Mitten des Wassers verläuft die Grenze), durch Buffalo und schließlich bis nach Nigara Falls City US (auf der anderen Seite des Flusses liegt Niagara Falls Kanada). Hier habe ich mir ein Motel für zwei Nächte gebucht. Dank des Navigationssystems habe ich mich nicht verfahren und war tatsächlich nur 10 Minuten vor der prognostizierten Zeit im Motel (lag daran, dass Amis einfach kein Auto fahren können). Zwei Sterne und rund 8 km von den Fällen entfernt lag es, das Moonlight Motel. Die Dame am „Empfang“ begrüßte mich freundlich und zu meiner Überraschung hatte die Onlinebuchung über einen amerikanischen Anbieter auch problemlos funktioniert. Das Zimmer war sauber, Bett riesig, Kühlschrank und Klimaanlage. Also alles da.

 

Zu Beginn des Eincheckens machte mich die freundliche „Dicke“ (können wir Dicken zueinander sagen) auf das Feuerwerk und die beleuchteten Niagara Fälle aufmerksam. Ich hatte noch eine Stunde, um also einzuchecken, einen Parkplatz zu finden und die Fälle zum ersten Mal zu sehen. Ab ins Auto und nach der Beschreibung bzw. einer Karte versuchen einen Parkplatz zu finden. Das war der Fehler des Abends!!! Kurze Zeit später hatte ich das ID IO T (gesprochen ID 10 T) – Problem, denn ich habe mich verfahren. Auf dem Hinweg hatte ich schon zwei Mautstraßen passiert und so machte ich mir über die Dritte keine Gedanken und ab über den Niagara River. Übrigens liest man ID IO T zusammen, so heißt es IDIOT. Und der war ich. Plötzlich stand der Sascha nämlich vor der Einreise nach Kanada. Der Puls schlug höher, denn was hatte ich im Motel? Richtisch den Reisepass. Also musste es nur mit dem Personalausweis gehen. Seit diesem Augenblick muss ich mich wohl auch zu den Geographielegasthenikern zählen oder lass ich die Ausrede zählen, dass ich nur zu müde war? (Antwort bleibt an dieser Stelle offen, denn dass sollen andere entscheiden)

 

So, erklärte ich dem freundlichen kanadischen Grenzbeamten dann, wie dumm ich war und das ich mich verfahren habe. Kein Problem sagte der und ich war etwas erleichtert. Ich musste nur schnell zu einer Kollegin von ihm und einen Wisch ausdrucken lassen und konnte Kanada nach ziemlich genau 7,5 Minuten wieder verlassen. Puh, einmal tief durchatmen. Jetzt kam aber erst das Problem. Ich musste wieder rein in die USA. Guter Dinge fuhr ich also auf den Officer im Grenzhäuschen zu. Der hatte wenig Verständnis für meine Dummheit und die kanadischen Kollegen, dass diese mich einfach ausreisen lassen. Es dauerte einige Minuten und ich durfte mein Auto parken und in den Bürokomplex am Grenzübergang. Den Personalausweis hat er behalten und seinen Kollegen zukommen lassen. Eine halbe Stunde musste ich bis zur Bearbeitung warten und fand mich im Warteraum mit Italienern, Franzosen, Algeriern, Thailändern und Chinesen wieder, die das gleiche Schicksal ereilt hatte.

 

Dann war ich dran. Officer Anderson (weiblich, Ende 20, blond und attraktiv, also genau mein Haut- und Haartyp) bearbeitete meinen Fall. Die Fragen, die ich bereits bei der Einreise im Juni beantwortet hatte, habe ich erneut beantworten müssen und noch viele mehr. Nach gut 10 Minuten hatte ich meinen Pass wieder und durfte in die USA. Noch einmal Glück gehabt.

 

Das Feuerwerk habe ich verpasst und die Fälle nur zwei Sekunden aus dem Auto gesehen. Nach dieser Tortur hatte ich auch keine Lust mehr weiter zu gucken und bin, mit Navi, zurück in das Hotel gefahren und habe mich schlafen gelegt. Hoffentlich wird es morgen besser.


(Diese Brücke habe überquert. Links Kanada und rechts
 die USA. Am Samstag im hellen aufgenommen)

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